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Die bereuenden Mütter

Hast Du Kinder? Auch wenn Du, wie ich, selber keine eigenen Kinder hast, so wirst Du mir zustimmen, dass Kinder das wunderbarste sind, was wir haben! Wir alle lieben Kinder. Wenn da nicht…. Es scheint sich da wie mit dem kleinen gallischen Dorf bei Asterix zu verhalten. Ganz Gallien? Nein, ein kleines gallisches Dorf…!

Die israelische Soziologin Orna Donath interviewt in ihrem Buch „Regretting motherhood“ (dt.: Das Bereuen der Mutterschaft) 23 Frauen, die zwei Dinge gemeinsam haben. Sie sind Mütter. Und bereuen es! Unvorstellbar?

"Wellness-Schädlinge" im optimierten Leben?

Orna Donath hat damit anscheinend einen Nerv der Zeit getroffen und eine noch immer andauernde Diskussion ins Leben gerufen, die auch Deutschland erfasst hat. Immer mehr Frauen trauen sich, öffentlich zuzugeben, dass sie ihre Kinder zwar lieben. Hätten sie allerdings noch einmal die Wahl, würden sie sich heute dagegen entscheiden und sie nicht noch einmal bekommen. Eine Studie des Meinungsforschungsinstitut YouGov fand heraus, dass auch in Deutschland etwa ein Fünftel der Eltern ihre Kinder nicht bekommen würden, wenn sie sich noch einmal entscheiden könnten!
Die Wogen kochen hoch. Es werden Stimmen laut, die begrüßen, dass sich endlich mal jemand traut, die Wahrheit zu sagen. Sie sehen das Buch als neue Grundlage einer vielleicht veränderten Mutterschaft. Andere regen sich auf und bezichtigen diese Frauen als egoistische Rabenmütter, die endlich aufhören sollen, zu jammern und meckern. Als „Wellness-Schädlinge“ ihres optimierten Lebens, so sähen diese Mütter ihre Kinder, schrieb z.B. eine Journalistin der Zeit.

Rabenmutter oder Muttertier?

Ich denke, heute ist es wahrlich schwerer für Frauen, mit allen Anforderungen klar zu kommen, als es noch für unsere Mütter war. Wenn sich heute eine Frau entscheidet, zu Hause zu bleiben und sich ganz dem Nachwuchs zu widmen, kann sie fast garantiert mit dummen Sprüchen rechnen! Wenn sie aber studiert und dann auch in ihrem Beruf arbeiten will und trotzdem Kinder hat, wird sie genauso garantiert als Rabenmutter und karrieregeil bezeichnet.

Kinder brauchen Zeit und Erziehung

Die Belastung ist spürbar, für Mütter und Väter! Firmen erwarten immer mehr Leistung, Überstunden sind an der Tagesordnung. Und der Druck, in der Freizeit immer mehr zu erleben und quasi alles mitzunehmen, ist auch nicht zu verachten. Wer hat da noch Zeit und Lust, Kinder wirklich zu erziehen. Sie gewähren zu lassen, vor die Glotze oder das I-Pad zu setzen, ist doch viel einfacher.
Immer öfter erlebe ich kleine Tyrannen, die wirklich im wahrsten Sinne ihren Eltern den letzten Nerv rauben. Hatten Eltern früher mehr Zeit, Geduld als wir heute? Oder trauen sich Mütter (und auch Väter) heute einfach nur, dieses Gefühl laut auszusprechen? Was hat sich so geändert?

Zusammengefasst

Kinder sind anstrengend, ja! Sie kotzen uns auf die Klamotten, ihre Windeln stinken bestialisch, später rebellieren sie gegen alles, was kommt und sind resistent gegen jede Form der Erziehung. Aber sie sind auch das wunderbarste im Leben ihrer Eltern. Sie sind unser aller Zukunft. Und ich finde es ziemlich schwierig in einer Gesellschaft, die sich zum einen aufregt über die neue Ehrlichkeit und zum anderen über tobende und laute Kinder. Die Vätern immer noch nicht problemlos ermöglicht, ihren Anteil an der Elternzeit zu nehmen, genauso wie Frauen eine höhere Laufbahn verweigert aufgrund des Risikos einer drohenden Schwangerschaft.
Vielleicht ist diese ganze Diskussion richtig. Sie zeigt anderen Eltern, dass sie nicht alleine sind und macht es vielleicht auch für kinderlose Frauen oder Paare einfacher, zu ihrer Entscheidung zu stehen und sich nicht ständig dafür erklären und rechtfertigen zu müssen.
Ich freue mich auf eine wunderbare Diskussion und viele Anregungen zu diesem spannenden Thema!

Über Nicole Läbe

Jede Frau hat enorm viele Potentiale und Fähigkeiten in sich. Mein Wunsch und Ziel ist es, dass Sie wieder mehr Zugang zu den vorhandenen Potentialen erlangen und diese Schritt für Schritt entwickeln können, hin zu einem erfolgreichen, erfüllten und authentischen Leben, sowohl beruflich als auch privat!

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Ein Kommentar

  1. Spannend! Und ein Thema mit Diskussionspotenzial. Zugegeben, eine Aussage wie “könnte ich mich nochmal entscheiden …” hört sich für mich sehr krass an. Aber ehrlich. Wobei dann immer auch die Frage ist, ob es dann “besser” wäre, oder ob es nur eine vorgeschobene Begründung ist für den nicht gelebten Traum.
    Für viele Personen sind Kinder DER Lebensinhalt. Finde ich gut und wichtig. Aber ich finde es ebenso wichtig, anderen Personen IHREN Lebensinhalt zu lassen. Mich persönlich nervt das Klischee “nur wenn ich Kinder habe, ist mein Leben vollwertig” sehr. Es wird definitiv bereichert. Aber auch wenn man keine Kinder hat, kann man sich engagieren oder mit Kindern zu tun haben und einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten.

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